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Mikroplastik

Was ist das eigentlich, wo steckt es drinnen und wie kann ich es vermeiden?

Laut Weltnaturschutzunion (IUCN) gelangen jedes Jahr 3,2 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Andere Quellen nennen sogar noch höhere Werte.

Doch was ist eigentlich Mikroplastik?


Mikroplastik ist eine Bezeichnung für allerkleinste (<5mm) feste und unlösliche synthetische Polymere (Kunststoffe). Es entsteht zum einem in einem jahrzehntelangen Zersetzungsprozess von Plastikabfall. Dies geschieht durch UV Einstrahlung und Abrieb im Meer. Bis sich ein Plastikprodukt vollständig zersetzt, hat es viele Mikropartikel in die Umwelt abgegeben. Über achtlos weggeworfene Verpackungen oder Einwegbecher gelangen Mikropartikel auf unsere Wiesen und Felder, und in die Flüsse und Meere.

Auch in der Kosmetikindustrie wird Mikroplastik verwendet, in Peelings, oder als Bindemittel, Füllmittel, Filmbildner in Duschgels, Shampoos etc. Dies gelangt dann über unser Waschbecken durch das Abwasser in die Kläranlagen. Da die Partikel winzig klein sind, können die Kläranlagen diese nicht aus dem Abwasser filtern. Auf diese Weise gelangt Mikroplastik in unsere Flüsse, Seen, Meere.

Dort zieht es Gifte an, wird von Fischen, Muscheln etc. gefressen, und landet dann beim Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten wieder in unserem Magen – keine schöne Vorstellung. Es gibt noch keine Studien darüber was Mikroplastik im Menschen bedeutet, aber die Vorstellung einen zunehmend größeren Anteil an Plastik mit der Nahrung in sich aufzunehmen ist keinesfalls angenehm. Bereits jetzt isst ein Mensch die Menge einer Kreditkarte an Plastik, wie eine Studie des WWF zeigt.

Es wird vermutet, dass dies einer der Auslöser für Fruchtbarkeits- und Hormonstörungen, Schilddrüsenerkrankungen, Allergien etc. ist


Und selbst über die Luft atmen wir schädliche Stoffe ein, die durch sich in der Sonne erhitzende Autoarmaturen, Plastik-Fußböden wie Laminat und PVC, aber auch aus Ausdünstungen von Press-Spann Möbeln oder Kunstfaser Teppichen, Decken, Kleidung, Spielzeug in den Luftkreislauf gelangen.


Was kann man tun?

  1. Produkte mit Mikroplastik meiden.

  2. In Kosmetik: Überlegen welche Kosmetika brauchen wir wirklich?


Gefühlt werden ständig neue Produkte auf den Markt gebracht, die man oder frau nicht wirklich braucht. Eine einfache Tagescreme oder im Sommer Sonnencreme reicht aus. An Schminke habe ich einen Eye Liner und Lippenstift.  Zum Abschminken reicht ein Tuch mit warmem Wasser und evtl. etwas Seife. Und dann versuchen, die Produkte, die man wirklich benötigt, mikroplastikfrei zu bekommen. Ganz praktisch ist die App Codecheck, mit der sich schnell erkennen lässt, ob in einem Produkt Mikroplastik steckt. 

Am besten Selbermachen (im Blog findet ihr Ideen um Deo, Duschgel, Shampoo selber zu machen), denn das spart Verpackungen, ist 100% frei von Mikroplastik und die günstigste Alternative. Bei Sonnencreme bspw. ist uns das aber zu heikel, denn wir wollen insbesondere bei den Kindern kein Risiko eingehen, dass sie Sonnenbrand bekommen. Zertifizierte Naturkosmetik kommt ohne Mikroplastik aus und ist eine gute Alternative wann immer Selbermachen zu aufwendig oder risikoreich ist. Eins ist klar: Hersteller beobachten die Präferenzen der Verbraucher und reagieren sobald sie reagieren müssen. Ein paar haben bereits einen Ausstieg aus Mikroplastik angekündigt.  

  1. Zum Waschen: Auch Waschmittel und Geschirrspülmaschinenpulver kann man einfach selber herstellen (ein Blog dazu folgt in Kürze), wenn dies zu umständlich erscheint kann man auf Bio Waschmittel umsteigen, z.B. von Ecover oder Geschirrspültabs von Frosch

  2. Beim Einkauf: (Unnötige) Verpackungen meiden wann immer es geht. Im Blog finden sich dazu zahlreiche Tipps.

  3. Kleidung: Kleidung aus Kunstfasern meiden. Generell ist Kleidung jedoch ein sehr schwieriges Thema (ein Blog dazu folgt bald), da Kleidung aus reiner Baumwolle zwar keine Plastikpartikel an den Körper und (beim Waschen) an die Umwelt abgibt, jedoch hat Baumwolle leider keinesfalls eine gute Öko Bilanz, da der Baumwollanbau hohe Mengen an Wasser verschlingt. Es gibt leider keine gute Alternative, außer den Fast Fashion Trend abzulehnen, sehr bewusst einzukaufen und gut zu überlegen, ob man das 6. Paar Turnschuhe wirklich braucht.

  4. Leitungswasser trinken. Es enthält weniger ungesunde Rückstände als Wasser in Plastik-Flaschen. Und PET Flaschen werden entgegen des allgemeinen Glaubens in der Regel nicht wiederverwertet, sondern eingeschmolzen und dann zu neuem Kunststoff verarbeitet – was extrem viel Energie verschwendet, zumindest in Deutschland ist dies aber unnötig da unsere Leitungswasserqualität sehr gut ist. Es gibt Sprudelmaschinen mit denen man auch Sprudelwasser schnell und leicht herstellen kann. Eine solche Investition lohnt sich.

  5. Sammelt selbst Müll ein, den ihr in der Umwelt entdeckt. Das kann ganz einfach zu Hause geschehen. Wenn ich mit unserem Hund rausgehe, sammele ich auf dem Weg Plastikverpackungen, Einwegbecher etc. auf. Weiterhin gibt es Müllsammelaktionen, die bspw. von den Städten etc. organisiert werden und an denen man sich beteiligen kann. Unsere Schule hat 2x im Jahr eine solche Müllsammelaktion. Die Kinder haben immer großen Spaß dabei. Vielleicht ist das ja auch eine Idee für andere Schulen? In jedem Fall hilft es bereits die Kinder zu sensibilisieren, dass Müll nicht in die Umwelt, sondern in die richtige Tonne gehört