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Familie minus Lebensmittelverschwendung

Allein in Deutschland landen jedes Jahr rund 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Bei den Privathaushalten sind es ca. 85 kg . Ein absoluter Wahnsinn! Dabei ist es gar nicht so schwer mitzuhelfen, dass diese gewaltige Menge reduziert wird, und zwar in vielen Bereichen. Wir haben unsere Verschwendung als fünfköpfige Familie deutlich reduziert, und finden es war und ist gar nicht so schwer. Hier ein paar recht einfache Tipps:



Mindesthaltbarkeitsdatum


Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nicht gleich Verfallsdatum: Wenn bei einem Lebensmittel die MHD abgelaufen ist, heißt das nicht, dass es automatisch schlecht ist. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man vieles auch noch Tage danach unbedenklich genießen kann. Wir machen immer den Geruchs- und Probier-Test: riecht und schmeckt alles wie immer, wird es auch gegessen.


Einkaufen


Wir versuchen immer nur die Mengen zu kaufen, die wir wirklich brauchen und nicht zu viele Vorräte an leicht verderblichen, frischen Lebensmitteln zu halten. Wenn wir einkaufen und wissen, dass wir etwas sowieso am selben oder nächsten Tag verbrauchen, nehmen wir das Produkt mit der kürzeren Mindesthaltbarkeit. Oder die schon etwas reifere Banane. Und wählen bei Gemüse und Obst auch aus, was vielleicht nicht ganz der Norm entspricht und was man leider häufig sowieso nur in Biomärkten oder auf dem Markt angeboten bekommt. Die gebogene, krumme Karotte oder Gurke zum Beispiel schmeckt natürlich genauso gut wie das lange, geradlinige Gemüse. Und der Apfel mit leichter Delle ist trotzdem noch sehr lecker. Mehr Informationen hat das Bundeszentrum für Ernährung.


Resteverwertung


Zu viel Gekochtes, oder Gemüse das dringend verbraucht werden muss, oder braune Bananen kann man gut verwerten. Hier ein paar Ideen, aber ich bin mir sicher jeder findet noch zahlreiche andere Ideen (gerne auch als Kommentar hier teilen): Gemüse das dringend aufgebraucht werden muss, wird bei uns zu Gemüseaufstrich verarbeitet. Da kann man beliebig variieren. Die Konsistenz bekommt man mit Linsen oder Kircherbsen, Haferflocken oder Sonnenblumenkernen hin. Beim Gemüse ist nach Geschmack alles möglich, was im Kühlschrank weg muss: Kürbis, Sellerie, Karotten, Steckrübe, Rote Beete etc. Plus die vielen Gläser, die wir sammeln (Marmeladen Gläser, gekaufte Gemüseaufstriche etc.), bekommen eine gute Weiterverwendung. Hier zwei meiner letzten Variationen: ich habe Steckrübe kleingeschnitten, ca. 1 Handvoll, dazu ungefähr die gleiche Menge an Linsen, und Sellerie, alles weich gekocht und dann püriert. Würzen nach Belieben mit Kräutersalz, mit Kurkuma, Knoblauch, Tomatenmark etc. Da kann man sehr kreativ werden und es schmeckt immer anders, und immer lecker.


Aus überreifen, schon sehr braunen Bananen machen wir Bananenkuchen. Ganz braune Bananen sind besonders weich und süß und schmecken im Kuchen sehr lecker, es ist Yannis‘ Lieblingskuchen. Aus leicht schrumpeligen Äpfeln, Beeren etc. denen man ansieht, dass sie nur noch kurz genießbar sein werden, kann man auch einen Kuchen machen, oder Smoothies, oder Eis. Für Letzteres geben wir alles in den Mixer, und dann entweder ins Kühlfach oder direkt in die Gläser. Aus altem Brot machen wir Bruschetta, Eierbrot oder arme Ritter: Das Brot mit Oliven- oder Rapsöl in der Pfanne anbraten und dann entweder Eier dazugeben (was wir momentan nicht mehr so oft wollen, da wir möglichst vegan leben) oder etwas Honig oder Zucker. Für Bruschetta einfach Tomaten und Knoblauch kleinschneiden und auf das ältere, Brot geben und im Ofen knusprig werden lassen. Alte Brötchen werden zu Paniermehl.


Aus matschigen Tomaten machen wir eine leckere Tomatensoße. Essensreste vom Kochen kommen in einen Topf und werden am nächsten Tag nochmal aufgetischt, evtl. dann noch mit etwas mehr Gemüse, mehr Reis, Nudeln oder was auch immer verlängert.

Haferflockenreste der Kinder vom Frühstück kommen in den Kühlschrank und werden beim nächsten Frühstück nochmal verlängert.


Toll finde ich, dass es in unseren Pizzerien die Pizzen immer in zwei verschiedenen Größen angeboten werden. Für die Kinder kann man die kleine Variante wählen und es bleibt nichts oder nicht viel übrig. Für den Fall dass doch mal was übrig bleibt, kann man ja auch eine Dose mitnehmen, da kommt der Rest rein und wird am nächsten Tag gegessen – alles ohne Müll.


Natürlich gibt es auch andere Arten von Verschwendung auf die wir keinen direkten Einfluss haben, wie z.B. in der Lebensmittelindustrie durch Transportschäden, falsche Lagerung, Ernteschäden, oder ein Überangebot. Und auch gibt es in Deutschland leider keine Gesetze, die die Verschwendung zu begrenzen versuchen. Unser Nachbar Frankreich ist diesbezüglich weiter: Dort müssen Supermärkte mit mindestens 400 qm Ladenfläche seit 2016 alle unverkauften, aber bald ablaufenden oder leicht gedellten, aber noch essbaren Lebensmittel an Hilfsorganisationen verschenken. Tun sie es nicht, drohen Geldstrafen von 3750 Euro. In Deutschland dagegen machen sich Menschen strafbar, die noch genießbare Lebensmitteln aus den Müllcontainern der Supermärkte retten. Aber immerhin auch hier gehen einige Supermärkte mittlerweile freiwillig den Weg, dass sie übrig gebliebene Lebensmittel an die Tafel etc. spenden. Nur leider noch nicht alle.


Und wie so oft kann jeder seinen eigenen Beitrag leisten, und viele kleine Beiträge werden, so unser tief optimistischer Glaube, am Ende zu einer Veränderung beitragen.


Wenn ihr noch mehr Ideen habt wie jeder von uns die Lebensmittelverschwendung begrenzen kann, teilt sie gerne als Kommentar!


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