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Grün ist gut - nicht nur fürs Auge...


Eine effiziente Maßnahme, um den Klimawandel zu bekämpfen ist Aufforstung. Bäume zu pflanzen hat laut Forschern das Potenzial, zwei Drittel der bislang von Menschen verursachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen und sie zu binden. Jetzt können wir natürlich nicht alle wahllos Bäume in unsere Wälder oder Gärten pflanzen. Trotzdem kann jeder mithelfen, oft auf einfachen Wegen. Der vielleicht einfachste Weg: die Wahl der Suchmaschine. Statt Google, Bing etc. kann man Ecosia nutzen. Hier wird ein Großteil des Gewinns in Baumpflanzprojekte auf der ganzen Welt investiert. Dem Gründer Christian Kroll und seinem Co-Investor Tim Schumacher geht es mit ihrer Firma nicht darum, maximalen Gewinn zu machen, sondern den Klimawandel zu bekämpfen. Ziel ist es, in den nächsten 20 Jahren eine Billion Bäume zu pflanzen. Zudem werden die Server zu 100% aus erneuerbaren Energien betrieben. Als ich vor ein paar Monaten das erste Mal davon gelesen habe, war ich tief beeindruckt. „Chapeau!“ würde ich ihm gerne sagen, auf Deutsch „Respekt!“ – nur dass das weniger gut klingt und das Bild vom Ziehen des Hutes einfach schöner ist. Wir haben konsequent umgestellt auf Ecosia und es auch unserer Familie, unseren Freunden und Arbeitskollegen nahegelegt. Ich habe eine Mail an das gesamte europäische Team meiner Firma geschrieben mit der Bitte ihre Suchmaschine zu wechseln, Maik hat seine Kollegen ebenfalls animiert.

Ecosia funktioniert ähnlich gut wie Google, nur klimafreundlich - und in Bezug auf Datenschutz setzen sie deutlich bessere Standards.

Ein weiteres spannendes Unternehmen, das sich das Bäume pflanzen zum Ziel gesetzt hat, ist „Plant for the Planet“, gegründet von einem damals 9 jährigen Jungen. Wir sind dort jetzt Mitglied und unterstützen die Baumpflanzaktionen mit einem monatlichen Beitrag. Die Mitgliedsbeiträge sind so überschaubar, dass eigentlich jeder mitmachen kann – sie reichen von 2,50€ für einen Basis Mitgliedschaft bis hin zu 10€ für eine Premium Mitgliedschaft. Dieses Geld ist definitiv gut investiert.

Und dann kann wie so oft auch jeder bei sich im Kleinen anfangen und aktiv werden. Zum Beispiel im eigenen Garten, oder auf dem Balkon, vor dem Haus etc. Leider gibt es ja einen Trend zu Steinwüsten oder versiegelten Asphaltflächen, insbesondere in Vorgärten. Das Problem an diesen Flächen ist, dass sie Einfluss auf das sogenannte Kleinklima nehmen und zu einem Rückgang der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen beitragen. Auch die beliebten Steinmauern und Gabionenwände sind ein Problem, denn sie reduzieren die Luftzirkulation und Hitzerückstrahlung. Blühende, vegetationsreiche Gärten tragen dagegen zu einem besseren Stadtklima und dem Erhalt der Artenvielfalt bei. Pflanzen produzieren Sauerstoff, Verdunstungskälte, binden Feinstaub und speichern CO². Grünflächen senken die Temperatur und können anfallendes Regenwasser besser speichern und nach unten abführen. Sie geben Vögeln und Insekten den notwendigen Lebensraum. Und wieviel schöner ist ein blühender Garten als die graue Ödnis!

Gerade für Kinder ist es noch dazu eine tolle Erfahrung, Obst und Gemüse selbst anzupflanzen. Wir haben in den letzten Wochen unseren Garten noch mehr zum Blühen gebracht. Die Kinder hatten richtig viel Spaß dabei Löcher zu graben, Samen einzubuddeln, Kräuter einzupflanzen.


Wir haben ohnehin schon einen Apfel- und Feigenbaum im Garten, viele Pflanzen und diverse Kräuter wie Salbei, Rosmarin und Bärlauch. Jetzt haben wir noch einen Kirsch-, Birnen und einen Nektarinen-Zwergbaum gepflanzt. Dazu noch Himbeer- und Brombeersträucher und in diversen kleinen Beeten und Töpfen Erdbeeren. Klar hat nicht jeder einen Garten, aber selbst auf engstem Raum kann viel blühen. Auch Balkone und Terrassen können mit Kräutern, Tomaten und Pflanzen begrünt werden. Yannis und Mattis wollten sogar unbedingt in ihrem Zimmer Sprösslinge hochziehen. Auf den Fensterbänken gehen gerade Gurkensamen auf, Kresse sprießt und landet nach kurzer Zeit auf dem Brot. Auf der Terrasse haben wir ein Hochbeet angelegt, in das wir Salate und Gurken gepflanzt haben. In Töpfen, die wir noch herumstehen hatten, haben wir Tomaten und Erdbeeren angepflanzt.

In unserem Garten fliegen Schmetterlinge herum, Vögel zwitschern und es macht einfach Spaß, hier Zeit zu verbringen. Und ist auch noch gesund – das hat eine große Meta-Analyse aus 140 Studien weltweit ergeben. Tageslicht und grüne Umgebung wirken sich nachweislich positiv auf Körper und Psyche aus – gerade in Corona-Zeiten nicht zu verachten.


Häufig ist ein Argument gegen einen blühenden Garten und für Steinwüsten der Arbeitsaufwand. Ich finde dieses Argument zählt nicht. Bei einem nicht allzu großen, überschaubaren Garten hält es sich wirklich in Grenzen. Einmal angepflanzt blühen Pflanzen und Blumen immer wieder, kleine Bäume wachsen und gedeihen. Für uns ist es keine nervige Arbeit, sondern ein schöner Zeitvertreib, in den man die Kinder wunderbar einbinden kann. Die sind so begeistert und auch so stolz wenn ihre gepflanzten Blumen, Pflanzen, Kräuter oder Gemüsesorten aufgehen. Yannis zieht jetzt sogar drei fleischfressende Pflanzen, die er sich zum Geburtstag gewünscht hat.



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