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  • Familie Minus Plastik

Kleine "Überzeugungstäter"

Wir haben seit einiger Zeit einen sehr eifrigen Mitstreiter an unserer Seite: unseren ältesten Sohn. Er bezeichnet sich selbst als Umweltschützer, zieht gerne mit seinen Freunden los und sammelt Müll. Seit einem halben Jahr ist er Vegetarier, was bei uns Eltern einerseits wohlwollend, andererseits durchaus auch skeptisch gesehen wird. Wir sind zwar beide auch Vegetarier, jedoch sind wir erwachsen und essen sehr gerne viel Gemüse, alle Gemüsesorten und auch Hülsenfrüchte, während er nur wenige Gemüsesorten mag und auch gerne auf Hülsenfrüchte verzichtet. So steht immer unsere Sorge einer Mangelernährung im Raum. Aber ihn interessiert das nicht, er will auch partout keine Ausnahmen machen - die wir auf Feiern, bei Freunden etc. durchaus mal machen. Er nicht, dann isst er halt nur trockene Nudeln, Pommes etc., es scheint ihm nicht viel auszumachen. Immerhin können wir ihm immer öfter Linsen und Bohnen püriert unter die Tomatensoße oder in die Kartoffelpuffer packen.


Und er ist sehr sendebewusst unterwegs. Seinen kleinen Bruder hat er bereits überzeugt. Nur bei seiner kleinen Schwester beißt er auf Granit. Die will ab und zu „echte Schweinewurst“. Für Fremde muss es sehr irritierend sein, wenn Maya erklärt, dass sie „auch mal echte Schweinewurst“ gekauft haben möchte. Denn die „normale“ Wurst ist bei uns längst eine vegetarische Mortadella. Aber ab und zu bekommt Maya eben auch ein paar Scheiben Schweine-Mortadella gekauft. Und beim Abendessen gibt es dann immer wieder Diskussion. Yannis ruft Maya in Erinnerung, dass sie gerade süße kleine Schweinchen isst. Dass die wegen ihr sterben. Dass es sehr intelligente Tiere sind. Mattis, sein bereits überzeugter Bruder, guckt dann immer sichtlich berührt, an Maya prallt es jedoch ab. Sie ist 4 und wenn sie „echte“ Wurst will, bringt sie derzeit keiner davon ab.


Yannis hat uns jetzt lange bekniet, selbst einen Blog schreiben zu dürfen. Er sagt, dass unser Blog für Kinder nicht geeignet sei. Wir waren anfangs etwas skeptisch. Er ist ja erst 10 und zu viel Exposure im Netz für einen 10-Jährigen war uns nicht ganz geheuer. Aber er war sehr hartnäckig und schließlich haben wir nachgegeben. Letztendlich ist es uns lieber als die Diskussion um Baller-Computerspiele die angeblich alle Freunde spielen und die wir davor kurzzeitig hatten. Seit er seinen Blog hat, ist ihm das nicht mehr wichtig. Wir lassen ihn machen und alleine formulieren, all seine Emojis nutzen, nur beim ins Netz stellen braucht er derzeit noch unsere Hilfe. Er freut sich über viele Leser, schaut einfach mal vorbei: https://umweltchecker.blogspot.com


Seine Idee war es auch, dass wir Müsliriegel selbst machen. Wir hatten Diskussionen um das Pausenbrot und darüber, dass er in letzter Zeit nur noch Laugenbrezeln in den Pausen essen wollte. Seinem Wunsch, Müsliriegel zu kaufen, wollte Maik nicht nachgeben, weil die gekauften Riegel sehr viel Zucker enthalten, eigentlich eher eine Süßigkeit sind, und uns auch die Plastikverpackung nicht passt. Also haben wir sie selbst gemacht, mit viel Nüssen, und Honig.


Hier das Rezept:

200g kernige Haferflocken

200g kleingemachte Haselnusskerne (geht auch mit Mandeln)

2 EL Rohkakao

2 EL Cashewmus

6 EL Honig

200g getrocknete Früchte (Aprikosen, Datteln...)

120g Kokosnussöl


Haferflocken und Nüsse in jeweils eigener Pfanne ohne Öl vorsichtig rösten, danach alles zusammen in eine Schüssel zu einer klebrigen Maße verarbeiten. Dann in eine gut gefettete Auflaufform (20cm breit 30cm lang) geben, festdrücken und 15 Minuten in den Ofen bei 175 Grad Heißluft. Danach kurz abkühlen lassen und in 15-20 Stücke schneiden.


Die Kids sind begeistert über ihren neuen leckeren Pausensnack 😊

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