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Minus Plastik plus Klimaschutz: vegan essen für weniger Klimabelastung

Neues Jahr, neuer Vorsatz: Weitermachen mit plastikbefreitem Leben, aber noch mehr tun. Insbesondere für den Klimaschutz, nachhaltiger leben. Dort gibt es so viel, was wir noch ändern können.


Wir fangen direkt mit dem schwierigsten an, mit dem was für uns persönlich die meisten Einschnitte, die meisten Sorgen mit sich bringt: mit der Ernährung.


Nudeln mit Linsen-Wirsing-Soße

Maik hat angefangen sich überwiegend vegan zu ernähren. Wir essen ohnehin sehr wenig Fleisch, essen viel mehr und gerne vegetarisch. Fleisch koche ich sowieso nicht gerne, eher an Feiertagen wie Weihnachten sollte bisher der Braten nicht fehlen. Beim Besuch meiner Eltern nicht das Schnitzel oder die Lende, und im Restaurant auch. Dennoch mit dem Wissen, was all der Fleischkonsum weltweit anrichtet, und verschiedenen Studien und Dokumentarfilmen, die zeigen, dass übermäßiger Fleischkonsum für den Menschen nicht besonders gut ist, sollte man / frau eigentlich ganz oder noch stärker drauf verzichten. Mir würde es auch vom reinen Willen nicht schwer fallen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob jeder Körper wirklich gut ohne tierische Produkte auskommt, wenn man dann auch noch auf Milch und Käse verzichtet und besonders wenn man nicht die Zeit hat, sich um aufwendigere Ersatzprodukte zu kümmern. Wir waren beide in unserer Studentenzeit Vegetarier. Während bei Maik alles ok lief, habe ich eine starke Eisenmangelanämie entwickelt, die ich erst sehr spät entdeckt habe. Ich bin mit eklatantem Mangel an roten Blutkörperchen im Krankenhaus gelandet, wurde eine Woche durchgecheckt. So etwas will ich nicht nochmal erleben. Klar würde ich jetzt besser aufpassen. Aber ich zweifele sehr, ob ich die Zeit haben werde, mich jeden Tag um sicherlich notwendigen Ersatz zu bemühen. Und gleichzeitig sind viele Ersatzprodukte nur in Plastik verpackt: Tofu, Soja, Linsen, Bohnen.


Selbstgemachte Hafermilch

Bei veganer Ernährung ist Milch auch ein großes Thema für mich. Ich liebe Cappuccino und mag schwarzen Kaffee gar nicht. Gleichzeitig ist Milch als tierisches Produkt nicht nachhaltig und neueren Studien zufolge auch nicht besonders gesund. Doch Alternativen zu Milch wie Hafer-, Mandel- oder Sojamilch sind immer nur in Tetrapack verpackt (Multi Layer und damit schwer recycelbar), und derzeit gar nicht im Glas erhältlich.


Und was essen wir dann statt Käse aufs Brot? Wir haben viel mit vegetarischen Gemüseaufstrichen experimentiert, zunächst einige im Glas ausprobiert, dann mit Kichererbsen, Linsen und diversem Gemüse viel selbst gemacht (ein Blog folgt noch). Ist auch wirklich lecker, nur wenn es die einzige Alternative ist doch etwas einseitig. Und die Kinder lehnen unsere Gemüseaufstriche rundweg ab, keine Chance.



Dennoch reden wir viel darüber und haben den Konsum tierischer Produkte noch stärker eingeschränkt. Wir diskutieren viel, auch mit den Kindern. Und die geben ihr neues Wissen direkt an Oma und Opa weiter, bei denen es in guter alter Tradition fast immer Fleisch gibt. Yannis erklärte Opa, drei Tage hintereinander Fleisch essen sei ja gar nicht gut. Opa entgegnete entrüstet, dass sie ja nicht jeden Tag Fleisch auf dem Tisch hätten. Andere Generation – anderes Bewusstsein / andere Wahrnehmung? Denn sie haben sowohl morgens, als auch mittags und abends Fleisch auf dem Teller (morgens und abends in Form von Wurst – was in ihrer Definition dann nicht unter Fleisch fällt). Ich glaube diese Diskussionen wird es fortan öfter geben und sie werden für Unstimmigkeiten sorgen, da wir hier auf Unverständnis stoßen. Und weil es nervt, wenn an eigenen Präferenzen gerüttelt wird. Weil man das nicht hören will. Weil der Klimawandel ja schon nicht so schlimm sei wie behauptet. Weil man allein sowieso nicht dagegen ankämpfen kann. Doch was, wenn alle so denken, und was wäre, wenn umgekehrt alle sich nur ein bisschen bewegen würden?


Gemüseaufstrich mit Haferflocken

Wir denken auch hier wird es sinnvoller sein, pragmatisch und mit Lust an die Sache zu gehen, statt dogmatisch und dann mit Mangelerscheinungen konfrontiert zu werden, oder entnervt aufzugeben. So wie wir unser Plastikprojekt angegangen sind. Das hat eigentlich ziemlich gut geklappt. Also werden wir jetzt erstmal überwiegend vegan kochen und einkaufen. Bei der nächsten Fahrt nach Köln im Unverpackt Laden einen großen Vorrat an Linsen, Bohnen, Kichererbsen etc. kaufen. Aber den Kindern werden wir ihren Käse lassen, und ab und zu, wenn sie richtig Hunger drauf haben auch etwas Fleischwurst aufs Brot, allerdings nicht jeden Tag und nicht jede Woche. Auch wenn wir irgendwo eingeladen sind, will ich keine Umstände machen. Für meinen Cappuccino werde ich stufenweise immer weniger Milch nehmen und statt 3 am Tag versuchen auf nur noch einen zu reduzieren oder nach Hafermilch im Glas suchen. Maik hat auch schon mal selbst welche gemacht. Vielleicht ist das ja auch eine Lösung. Wir werden sehen. : )

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