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  • Familie Minus Plastik

Plastikfreier Haushalt -Generationenkonflikt?

Aktualisiert: 3. Sept 2019

In der Küche sind wir mittlerweile zu ca. 80% Plastik-frei. Noch gibt es ein Abtropf-Sieb für Nudeln aus Plastik, Pürierstab und Mixer, und den Kaffee Vollautomat – auch zum Teil aus Plastik. Da es nicht sinnvoll ist, alles wegzuschmeißen, nutzen wir die Siebe und den Pürierstab weiter und werden sie irgendwann durch Edelstahl Varianten ersetzen.


Schwierig wird es mit dem Mixer. Und mit dem Kaffee-Vollautomaten. Früher hatten wir eine Espresso-Maschine aus Edelstahl, mit der wir den Kaffee auf dem Herd gekocht haben. Allerdings haben wir den Vollautomat jetzt sowieso im Haus und es war für mich insbesondere als Maya noch ein Baby war, sehr praktisch, mir schnell mit nur einer Hand und nur einem Knopfdruck einen Kaffee machen zu können. Für die Espresso Herd Variante bräuchte ich auf jeden Fall zwei Hände. Hatte ich aber lange Zeit oft nicht verfügbar. Wenn der Vollautomat mal den Geist aufgibt werden wir in die Bredouille kommen und unsere Plastikfrei-Ambition gegen unseren Komfort abwiegen müssen…


Auch an anderen Haushaltsgeräten gibt es ja mittlerweile allerlei, was man und frau angeblich braucht - und das meist in Plastik: Wasserkocher, Brotschneidemaschine, Toaster, diverse Küchenmaschinen. All diese Geräte kann man jedoch auch aus Edelstahl oder Glas kaufen – oder einfach gar nicht. Wir haben schon seit Jahren keinen Wasserkocher mehr, sondern erhitzen Wasser im Topf. Auf dem Induktionsherd geht das genauso schnell wie im Wasserkocher, die Töpfe sind leichter zu reinigen, Kalk setzt sich dort nicht ab und man hat nicht Küchengerät Nr. x in der Küche herumstehen.


Genauso verzichten wir auf eine Brotschneidemaschine und schneiden Brot mit einem scharfen Messer. Das sorgt dann auch schon mal für Diskussionen mit Oma und Opa, die es nicht verstehen können, warum wir keine Brotschneide-Maschine nutzen. In der Annahme es handele sich um einen Stromsparversuch haben wir vor zwei Jahren zu Weihnachten eine mit Handkraft zu betätigende Brotschneidemaschine geschenkt bekommen. Sie steht jetzt seit zwei Jahren im Keller. Wenn jemand Interesse hat, wir verschenken sie gern. 😊 So sorgt das Brotschneiden weiterhin für Diskussion, wenn Oma da ist. Und regelmäßig kommt die Aufforderung „schneide du mal ein Brot ab, ohne Maschine ist das ja furchtbar“. Generationenkonflikt?


Stahl, Gusseisen und Holz - reicht.

Ähnlichen Diskussionsbedarf gibt es bei den Brettchen. Wir haben all unsere Plastikbrettchen aussortiert. Alle hatten einige Rillen, und es ist klar, dass Mikroplastik Partikel mit dem Messer abgelöst werden und dann in das Essen gelangen. Zudem können sich in diesen Rillen Bakterien ansiedeln. Meine Mutter ist jedoch der festen Meinung, Plastikbretter seien hygienischer, besser zu reinigen und damit besser als Frühstücks- oder Abendbrotbrettchen geeignet. Dabei ist es tatsächlich so, dass Holzbretter hygienischer sind. Holz hat Gerbstoffe und diese sorgen dafür, dass sich keine Keime ansiedeln können. Durch Schnittstellen im Holz werden diese natürlich antibakteriellen Stoffe immer wieder freigesetzt. Und auch das Argument meiner Mutter, Holzbretter seien nach einer Zeit unansehnlich, teile ich absolut nicht. Im Gegenteil ich finde Plastikbretter muss man nach einer Weile aussortieren, weil sie komplett zerkratzt sind. Holzbretter jedoch halten viel länger, verändern an manchen Stellen evtl. ganz leicht die Farbe, aber das ist doch charmant, ist eben ein natürliches Material.

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